Buch der Synergie
Testseite Max
„Die Zeit wird kommen, wo unsere Nachkommen sich wundern, daß wir so offenbare Dinge nicht gewußt haben.“
Seneca
Den Ausspruch „alles ist Energie“ hat wohl jeder Mensch schon einmal gehört – sei es in Verbindung mit physikalischen Theorien von atomaren Strukturen bis hin zu Quantenzuständen, oder sei es in Bezug auf kosmische oder esoterische Sichtweisen der Realität(en)…
Von einer Umsetzung dieser Erkenntnis war jahrzehntelang aber nichts zu bemerken. Jedenfalls nicht in der akademischen Welt der Wissenschaft. Und Außenseiter hatten kaum eine Chance angehört zu werden – geschweige denn, daß sich jemand ernstlich mit ihren Vorschlägen befaßt hätte, neuartige Energiewandler zu untersuchen die sich aus bislang nicht definierten Quellen speisen. Und so dauerte es lange Jahre bis endlich anerkannt wurde, daß es tatsächlich noch viele neue Energiereservoirs gibt, von denen bisher niemand etwas geahnt hatte. Und daß sogar immer noch weitere entdeckt werden… wofür zunächst ein paar Beispiele gegeben werden sollen.
Als Initialzündung des Forschungsgebiets, das inzwischen als Micro Energy Harvesting (MEH) bezeichnet wird, gilt die Entwicklung des legendären Joggingschuhs von Joe Paradiso, einem Forscher am Massachusetts Institute of Technology (MIT) im amerikanischen Cambridge, der Ende der 1990er ein gewöhnliches Laufmodell präsentiert, das bei jedem Schritt einen schwachen elektrischen Puls durch die Sohle jagt. Die ins Gummi eingearbeiteten piezoelektrischen Keramiken geben, wenn man sie verformt, genügend Energie ab um z.B. einen kleinen GPS-Navigationssender zu betreiben. Der Schuh wird zwar nie bis zum Serienprodukt weiterentwickelt, doch andere übernehmen die Idee und realisieren sie auf verschiedenste Weisen. Ich berichte darüber ausführlich in dem entsprechenen Absatz Rucksack und Laufschuh des Kapitels Muskelkraft (s.d.).
In der Industrie und in der Gebäudetechnik spricht man übrigens weniger blumig vom Energy-Harvesting, sondern etwas nüchterner von energieautarken Systemen.
Und natürlich gibt es auch hier Vorläufer – und diverse Umsetzungen von verblüffender Nachhaltigkeit beweisen, daß unsere Vorfahren anscheinend intelligenter waren als die nachfolgenden Generationen, die sich vom ‚billigen Öl’, vom ‚sauberen Atomstrom’ und ähnlichen Märchen haben blenden lassen…
Der Piezo-Effekt wird beispielsweise schon 1880 entdeckt: Bei bestimmten Materialien – zumeist Kristallen – bildet sich eine elektrische Spannung wenn man sie verformt. Inzwischen wird dieser Effekt in zahlreichen Geräten genutzt, z.B. in Tintenstrahldruckern, Quarzuhren oder elektrischen Feuerzeugen.
Es gibt zahlreiche weitere Effekte, die eine Energieausbeute erlauben. Als Beispiel soll die Geschichte der Nutzung des atmosphärischen Luftdrucks zum Betrieb von Uhrwerken dienen.

(Grafik)
Der Amsterdamer Regent und Bürgermeister Jakob Dircksz de Graeff und der studierte Mediziner, Chemiker und spätere Ratsherr Pieter Jansz Hooft, die in Amsterdam gemeinsam ein chemisches Labor führen, erfinden ein ,Perpetuum Mobile’, das tatsächlich funktioniert – da es seine Energie aus den Veränderungen der Lufttemperatur und des Luftdrucks gewinnt und daher auch als Barometrische Uhr bezeichnet wird.
Das von Hiesserle von Choda veröffentliche Bild des Geräts zeigt eine äußere Glasröhre, durch die sich eine Flüssigkeit bewegt (C und D), die wie bei Ebbe und Flut steigen und sinken soll.
Die Erfindung wird 1604 von dem Muskelkraft-U-Boot Konstrukteur Cornelis Jacobszoon Drebbel am Hof des englischen Stuart-Königs Jakob I. präsentiert, wobei Drebbel sie als sein eigenes Werk ausgibt und ein im Jahr 1598 erhaltenes Patent vorweist. Der Schmuh fliegt auf, als er unfähig ist, die durch eine Unvorsichtigkeit der Königin kaputt gegangene Maschine zu reparieren. Einer von Drebbels Nachfahren verschludert später auch noch die Reste des Geräts, sodaß eine genauere Beschreibung oder gar Rekonstruktion bisher nicht erfolgen konnte.

(Grafik)